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  • Benzin und Diesel

  • Beide Kraftstoffe sind ein Gemisch aus verschiedenen Kohlenwasserstoffen, das in der Raffinerie aus Erdöl gewonnen wird. Den natürlichen Bestandteilen des Rohöls werden zusätzlich chemische Stoffe beigemischt, die je nach Kraftstoffart unterschiedliche Funktionen erfüllen. Beispielsweise verbessern diese die Kaltstarteigenschaften oder reinigen das Ansaugsystem.

    Benzin ist als Normalbenzin, Super und Super plus erhältlich. Normalbenzin wird in einigen Ländern, z.B. Schweiz, Schweden und Spanien, nicht angeboten. Super wird in der Schweiz mit "Bleifrei 95", Super plus mit "Bleifrei 98" oder "Super" bezeichnet.

    Seit 2000 darf in der EU kein bleihaltiges Benzin mehr verkauft werden. Früher wurden dem Benzin bleihaltige Klopfschutzmittel zugefügt, mit dem die Oktanzahl und damit die Klopffestigkeit des Kraftstoffes verbessert werden sollte, um wiederum eine höhere Leistung des Motors zu erhalten. Klopf-Festigkeit deswegen, weil früher die Motoren, die nicht richtig zündeten, ein klopfendes Geräusch von sich gaben und daraufhin ziemlich schnell kaputt gingen.

    Diesel wurde nach dem Erfinder des Dieselmotors Rudolf Diesel benannt. Diesel enthält viele schwere Anteile, die ein Rußen des Motors zur Folge haben. In Deutschland muss der Schwefelgehalt bis 2009 auf 10 mg/kg reduziert werden, denn neben der Umweltbelastung beschädigt der Schwefel auch den Motor und die Abgasreinigungssysteme.

  • Herstellung

    Unsere Kraftstoffe von heute waren zu Beginn des Erdölzeitalters eigentlich ein Abfallprodukt. Im 19. Jahrhundert stellte man in Raffinerien ausschließlich Lampenöl (Petroleum) aus Erdöl her, indem man das dickflüssige Rohöl erhitzte, bis es verdampfte. Von den entstehenden Gasen verflüssigten sich einige Anteile wieder, sobald sie sich abkühlten, andere verblieben im gasförmigen Zustand. Während man mit ersteren das gewünschte Lampenöl hatte, fanden letztere, die Gasoline (= Benzin), erst mit der Erfindung des Ottomotors im Jahr 1876 ihre Verwendung.

    Heute fertigen Raffinerien aus 117 Mio. Tonnen Erdöl im Jahr unterschiedliche Erzeugnisse. Hierzu zählen Kraftstoffe wie Rohbenzin, Ottokraftstoffe und Dieselkraftstoffe, leichtes und schweres Heizöl als Brennstoffe sowie Nebenprodukte wie Bitumen, Flugkraftstoff und Flüssiggas.

    Um diese Produkte zu gewinnen, durchläuft das Rohöl in der Raffinerie drei zentrale Arbeitsschritte. Im ersten Verfahren, der Destillation, trennen sich aus dem Erdöl die verschiedenen Produkte auf Grund ihrer unterschiedlichen Siedetemperaturen voneinander. So erhält man Gase, Rohkraftstoffe, Rohheizöle und Schmierstoffe mit unterschiedlichen Flüssigkeitsgrad.

    Im zweiten Schritt, der Konversion (Umwandlung), werden durch verschiedene Verfahren die Formen und Größen der Moleküle verändert. In der Nachbehandlung werden die noch halbfertigen Zwischenprodukte je nach Verwendungszweck veredelt und an geltende Umweltschutzauflagen angepasst. Beispielsweise entzieht man dem Benzin und Kerosin die unerwünschten Schwefelanteile.

  • Versorgung

    Deutschland importiere in den 70ern das Rohöl für die hiesigen Raffinerien fast ausschließlich aus Afrika und dem Nahen Osten, besonders aus den Ländern Saudi-Arabien und Libyen. Heute stammt das Erdöl zum größten Teil aus Nordseereservoiren, den osteuropäischen Staaten und Russland.

    Für die Zukunft geht man davon aus, dass die Versorgung mit Kraftstoffen für die nächsten 50 Jahre gesichert ist. Durch die stark steigende Nachfrage im asiatischen Raum können jedoch die natürlichen Ressourcen eher versiegen als man bisher angenommen hat.

    Um diese Entwicklung wenigstens zu verlangsamen bzw. neue Möglichkeiten zu finden, versucht man, durch technische Weiterentwicklung den Spritverbrauch der Motoren zu senken und bisherige Kraftstoffe synthetisch herzustellen oder durch alternative Treibstoffe zu ersetzen.