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  • Stromnetz-Ausbau im Fokus: Neue Technik getestet

    26. April 2012
  • Beim Netzbetreiber Amprion verliefen ersten Tests zu einer neuen Technik, um künftig größere Mengen am Strom transportieren zu können, erfolgreich. Nun steht im Raum, ob dieses Konzept den Stromnetzausbau in Deutschland vorantreiben und günstiger gestalten könnte.

    Gemeinsam mit Transnet BW stellt Amprion den erfolgreichen Einsatz einer neuen Technik zum Stromtransport unter Beweis. Wie die beiden Unternehmen mitteilten, bestehe damit die Möglichkeit, ältere Stromtrassen einfacher aufzurüsten. Dafür kommt die sogenannte HGÜ, die Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung, zum Einsatz. Die Gleichstrom-Übertragung wäre in Deutschland dabei weitestgehend neu, denn üblich war bisher der Rückgriff auf Drehstrom. Ob der Pilotversuch sich nun auch auf andere Systeme projizieren lässt, wird nun bundesweit diskutiert.

    Amprion und Transnet BW stellen mit ihren Tests durch die Erweiterung alter Trassen mit zusätzlichen Masten sogar eine Kapazitätssteigerung in Aussicht. Geplant ist, den Strom über eine rund 430 Kilometer Leitung auf bestehenden Rassen aus dem Rheinland in die Metropolregion Stuttgart zu transportieren. Die „Ultranet“ Initiative soll dabei in Zusammenarbeit mit dem Stromkonzern ENBW erfolgen. Entsprechende Pläne, so die Verantwortlichen gegenüber der FAZ , sollen bis 2019, bestenfalls sogar bis 2017 umgesetzt werden. Für die Umsetzung des Projekts „Ultranet“ müssen jedoch neben entsprechenden finanziellen Voraussetzungen auch noch Behörden-Genehmigungen eingeholt werden.

    Zum Einsatz der Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung in anderen Regionen

    Der Praxiseinsatz der HGÜ-Technik hat sich bereits in anderen Ländern bewährt. Die Insel Sardinien ist beispielsweise über eine entsprechende Leitung mit dem Festland verbunden, ähnlich verhält es sich mit Mitteleuropa und Skandinavien. Da hier der Strom in beide Richtigen fließen kann, bietet sich ein entscheidender Vorteil für die Stromverteilung.

    Versorgungssicherheit und einen günstigeren Netzausbau erhofft man sich angesichts der jüngsten Tests nun auch für die Energiewende in Deutschland. Für einen entsprechenden Einsatz und den dazugehörigen Umbau alter Stromtrassen bedarf es jedoch ebenfalls Investitionen.