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  • Strompreiserhöhungen zum 1.1.2011 – EEG-Umlage wird mehrheitlich an die Verbraucher weitergereicht

    15. November 2010
  • Wer in den letzten Tagen bereits eine Benachrichtigung seines Energieversorgers bekommen hat oder diese in den kommenden Tagen in der Post vorfindet, wird vom Inhalt des Schreibens wenig begeistert sein. Die Mehrzahl der Versorger kündigt zum 1.1.2011 höhere Strompreise an und rechtfertigt diese größtenteils mit der gestiegenen EEG-Umlage, die Mitte Oktober 2010 auf 3,530 Cent/kWh festgelegt wurde. Der Bundesverband Erneuerbare Energien e.V. betont jedoch, dass das Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien (EEG) und die daraus resultierende EEG-Umlage nicht allein für die kontinuierliche Strompreiserhöhungen der letzten Jahre verantwortlich sind und sogar nur einen kleinen Teil der Kosten einnehmen würden. Verbraucherschützer rufen dazu auf, die von den Energieversorgern angekündigte Strompreiserhöhung gründlich zu prüfen. Bei Unstimmigkeiten kann gegebenenfalls noch bis 30.11. gekündigt und zu einem neuen Anbieter gewechselt werden.

    Ökostrom geht ins Geld – Und das vor allem für den Endverbraucher! Nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz sind die Netzbetreiber dazu verpflichtet, Strom aus erneuerbaren Energien in ihr Portfolio aufzunehmen. Die dafür entstehenden zusätzlichen Kosten werden mit dem Begriff EEG-Umlage bezeichnet. Für das kommende Jahr verzeichnet die Bundesrepublik Deutschland einen Anstieg der EEG-Umlage von 2,047 Cent/kWh auf 3,530 Cent/kWh netto, was einer Preiserhöhung von 1,483 Cent entspricht. Die Mehrzahl der Energieversorger legt diese zusätzlichen Kosten auf die Verbraucher um, deren Stromrechnung dadurch im kommenden Jahr deutlich ansteigen wird. Wie Focus Online berichtet, sind Strompreiserhöhungen von bis zu 7 Prozent zu erwarten.

    Der Bundesverband Erneuerbare Energien e.V (BEE) hat berechnet, dass der durchschnittliche Haushalt mit einer Mehrbelastung von rund 59 Euro/Jahr rechnen muss. Die unterschiedlich starken Preiserhöhungen der Stromversorger, die in den letzten Wochen und Tagen angekündigt wurden, seien damit nicht ausschließlich zu rechtfertigen. Der BEE betonte in diesem Zusammenhang, dass durch den ausgeweiteten Einsatz von Ökostrom durch Sonnen-, Wind- oder Biomasse-Energie die Einkaufspreise für Strom in der Regel sinken. Dadurch sollte es Energieversorgern möglich sein, die EEG-Umlage nicht vollständig auf die Verbraucher ‚abzuwälzen‘. Außerdem äußerte sich BEE-Präsident Schütz mit folgender Aussage zum Sachverhalt: „In den Jahren 2000 bis 2010 stieg der monatliche Beitrag mit dem ein durchschnittlicher Haushalt – über die so genannte EEG-Umlage – den Ausbau der Erneuerbaren fördert, um rund fünf Euro an. Die monatliche Stromrechnung hingegen stieg im gleichen Zeitraum um etwa 30 Euro, also um das Sechsfache.“

    Auch wenn Verbraucher aus aktuellem Anlass schlechter auf Erneuerbare Energien zu sprechen sein dürften, ist die Bedeutung des EEG unumstritten. Allein im Jahr 2009 habe der Stromsektor durch den Einsatz Erneuerbarer Energien Kosten von 5,7 Milliarden Euro sparen können, so BEE-Geschäftsführer Björn Klusmann. Strompreiserhöhungen sind nach Angaben der Verbraucherschützer ein rechtmäßiger Kündigungsgrund. Für einen Anbieterwechsel zum 1.1.2011 muss die schriftliche Kündigung beim Stromversorger bis zum 30.11.2010 eingegangen sein. Da die Stromversorger die EEG-Umlage in unterschiedlicher Form an die Verbraucher weitergeben, können sich Preisvergleich und Wechselbereitschaft auszahlen.